Grußworte

»Kennen« und »Lernen«: Dieses Begriffspaar beschreibt die Grundlage einer Gesellschaft, die uns Halt und Sicherheit gibt und die zugleich innovations- und entwicklungsfähig bleibt. Wir kennen uns aus mit den Menschen in unserer Nachbarschaft oder am Arbeitsplatz, mit den Regeln unseres Zusammenlebens, mit den Werten, die uns gemeinsam sind. Das ist wichtig, um sich zu orientieren und den Alltag zu meistern. Genauso wichtig ist aber auch die Bereitschaft, Neues zu lernen, unsere Offenheit für andere Menschen, andere Ideen und Perspektiven.

Die Neugierde und der Wunsch, nicht beim »Kennen« stehen zu bleiben, sondern zum »Kennenlernen« weiterzugehen, sind uns Menschen eigen. Ein Gottesgeschenk, das uns neue Beziehungen ermöglicht. Nur mit dieser Lust am Lernen ist das Zusammenleben in einer vielfältigen, offenen, sich verändernden Gesellschaft denkbar. Jeden Menschen zeichnen einmalige Eigenschaften, Fähigkeiten und Erfahrungen, weltanschauliche und religiöse Orientierungen, eine individuelle und kulturelle Herkunft aus. Manchmal ist das auch eine Migrationsgeschichte.

Die Diakonie ist überzeugt: Die Einmaligkeit und Unverwechselbarkeit eines jeden Menschen ist gottgewollt und gut. Diese Vielfalt kennenzulernen und Begegnung und Austausch zu fördern, ist das Anliegen unseres Schwerpunktthemas.

Das Kennenlernen und das daraus erwachsende Gefühl der Zugehörigkeit braucht politische Unterstützung. Diskriminierung, Rassismus und Antisemitismus müssen wir entschieden entgegentreten. Die vielen freiwillig Engagierten, die sich tagtäglich für den gesellschaftlichen Zusammenhalt stark machen, brauchen dafür Unterstützung und gute Rahmenbedingungen.

Von der Politik erwarten wir konkrete politische Maßnahmen, die die Offenheit unserer Gesellschaft für Zugewanderte sicherstellen und die allen Menschen Teilhabe ermöglichen: in der Kita, in der Schule, in der Ausbildung, am Arbeitsmarkt, in der Gesundheitsversorgung, bei der Wohnungssuche oder in der Nachbarschaft.

In Kooperation mit den evangelischen Kirchen will die Diakonie Deutschland mit ihrem Schwerpunktthema Impulse setzen für Vielfalt und Begegnung – für eine für alle offene, zugewandte und engagierte Gesellschaft. Fachverbände, Landeskirchen und Diakonische Werke, aber auch einzelne Kirchengemeinden, Einrichtungen und Projekte sind eingeladen, sich mit ihren Ideen und Erfahrungen zu beteiligen und so zu Botschafter*innen für Vielfalt zu werden.

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