Gemeinsame Anstrengungen mit der Politik

Erwartungen an die Politik

Unsere Gesellschaft wird kulturell, religiös und sozial vielfältiger. Das hat Auswirkungen auf unser tägliches Miteinander. Wir wollen unsere Gesellschaft daher aktiv und bewusst gestalten, dass dieses Miteinander gelingt, statt Diskriminierung, Rassismus und Ausgrenzung überhand nehmen zu lassen. »Kennen.Lernen. Eine Initiative für Vielfalt und Begegnung« will Zivilgesellschaft vernetzen, Best-Practice-Beispiele bekannter machen und Einrichtungen und sozialen Diensten Impulse zur interkulturellen Orientierung geben. Solidarität, Gerechtigkeit und Beteiligung sind das Fundament gesellschaftlichen Zusammenhalts. Ein gelingendes Miteinander bedarf einer klaren Haltung ebenso wie politscher Weichenstellungen. Dazu gehört:

 

 

Vielfalt als politische Gestaltungsaufgabe verankern

Vielfalt betrifft alle Lebensbereiche und muss daher als Querschnittsthema in Politik und Verwaltung, auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene wahrgenommen und selbstverständlich werden.

Nachbarschaft als Begegnungsort fördern

Die offene Gesellschaft beginnt mit Begegnung und Kennen-lernen. Nachbarschaften sind Orte, an denen sich Menschen in ihrer Vielfältigkeit begegnen. Die Zusammenarbeit verschiedener lokaler Akteur*innen, die Unterstützung der Bürger*innen und attraktive öffentliche Räume machen aus Nachbarschaften lebendige, inklusive Begegnungsorte.

Arbeit und Beschäftigung in inklusivem Arbeitsmarkt organisieren

Teilhabe an Arbeit und Beschäftigung sind ein Schlüssel für erfolgreiche Integrations- und Inklusionsprozesse. Der deutsche Arbeitsmarkt hat jedoch viele sichtbare und unsichtbare Barrieren, vor allem für Langzeitarbeitslose, Asylsuchende oder Menschen mit Behinderung. Sie haben einen Anspruch auf zielgerichtete Unterstützung und Begleitung, um über sinnvolle und angemessene Beschäftigung auch sozial teilhaben und ihre Kenntnisse und Fähigkeiten einbringen zu können.

Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien bedarfsgerecht, sozialräumlich und inklusiv ausrichten

Gute Erziehung, Bildung und Betreuung von Kindern, die Förderung von Jugendlichen, jungen Erwachsenen sowie die Unterstützung von Familien ermöglichen gleichberechtigte Teilhabe. Familien stellen einen entscheidenen Bildungs- und Sozialisationsort dar, da sie das gesellschaftliche Miteinander in nicht zu unterschätzender Weise prägen. Sie brauchen förderliche Rahmenbedingungen und gute Unterstützung – auch und gerade in den vielfältigen Konstellationen, in denen sie leben.

Existenzsicherung und Gesundheitsversorgung sozial gestalten

Gesellschaftliche Teilhabe wird möglich, wenn alle Menschen ihre Fähigkeiten und Kenntnisse einbringen und für sich und ihre Familien den Lebensunterhalt sichern und Perspektiven entwickeln können. Noch immer ist der Zugang zu gesundheitlicher Versorgung für viele erschwert. Dies gilt in besonderem Maße für Menschen mit Behinderung oder chronischen Erkrankungen sowie Menschen ohne Papiere (ohne geklärten rechtlichen Aufenthaltsstatus). Medizinische oder psychotherapeutische Hilfe muss auch für sie in vollem Umfang zugänglich sein und bestehende Barrieren abgebaut werden.

Demokratie-Erziehung und politische Partizipation für den sozialen Zusammenhalt

Gesellschaftspolitisches Engagement stärkt den sozialen Zusammenhalt auf allen Ebenen. Die Diakonie Deutschland setzt sich dafür ein, politische Teilhabe und Mitgestaltung insbesondere von Menschen mit Armutserfahrung, mit Behinderung, mit Migrationsgeschichte und Diskriminierungserfahrung verbessern und zu sichern. Demokratieförderung, politische Bildung und Engagement gegen Ausgrenzung und Menschenfeindlichkeit brauchen eine nachhaltige Verankerung.

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